Hallo, ich bin Hajni. Ich habe viele Erinnerungen über Toplak Erzsébet, meine Großmutter, die 1912 geboren wurde und aus Rédics (Komitat Zala) stammte. Da ihre Mutter Lehrerin war, wollte sie, dass ihre Tochter ihr in ihrem Beruf folgte, deshalb woolte sie sie in eine renommierte Einrichtung einschreiben lassen. So kam sie nach Ödenburg, und begann so um 1922 ihr Studium im Mädchenlyzeum, also sechs Monate nach der Volksabstimmung über die Zugehörigkeit der Stadt. Auf dieser Abstimmung mussten die Ödenburger entscheiden, ob sie sich Ungarn oder Österreich anschließen wollen. Laut ihres Zeugnisses war meine Großmutter eine ausgezeichnete


Das Ödenburger Ungarische Königliche Staatliche Mädchenlyzeum.


Schülerin (bis auf eine Zwei). Sie hat acht Jahre in der Stadt verbracht und nachdem sie das Gymnasium abgeschlossen hatte, ist sie in ihre Heimat ins Zalagebiet zurückgekehrt. Trotz des Diploms in der Hand hat sie letztendlich aber nie unterrichtet.


Kleines Burgenland - mit einem Gebiet von 257 Quadratkilometern. Zwar gibt es keine Burgen, die Landschaft ist aber genauso vielfältig wie die des österrichischen Bundeslandes. Es gibt hier auch tiefländliche Siedlungen wie Großzinkendorf oder Holling, die Kleinstadt Kroisbach, Hügeldörfer wie Wolfs, Steinambrückl, Agendorf sowie Bergsiedlungen wie Wandorf, Brennberg. Und natürlich die Hauptstadt Burgenlands Ödenburg. Ein Schatz. Mit seinen acht mittelalterlichen Kirchen und mindestens 130 mittelalterlichen Denkmälern zählt es als wahres Kuriosum hier in Mittelosteuropa.  Es gibt auch Mühlen und alte Schlösser.


  • Die Landschaft


Typische Landschaft um Ödenburg. Das Wolfser Hügelland mit Ödenburger Gebirge.



Wolfs liegt in einem kleinen Tal, das von teils bewaldeten, teils mit Weingarten bedeckten Hügeln und vom Röhricht des Neusiedler Sees eingerahmt ist. Das subalpine klima, woran auch die temperaturausgleichende Wirkung des Sees zu spüren ist, die unberührte Schönheit der Landschaft.



Das Ödenburger Gebirge ist einer der östlichsten Ausläufer der Alpen an der österreichisch-ungarischen Staatsgrenze südwestlich von Ödenburg. Die höchsten Gipfel des Ödenburger Gebirges sind der 606 meter hohe Brenntenriegel im Westen und der Hohe Riegel direkt an der österreichisch-ungarischen Grenze (553 m).


Der Waasen in ungarishe Seite. Der See zeichnet sich durch seinen Schilfgürtel, seine geringe Tiefe und sein mildes, aber windiges Klima aus. Der Neusiedler See bei Kroisbach.


Die Stadt Ödenburg wurde – mit einem Teil Ungarns zusammen – 1919 im Friedensvertrag in Saint-Germain Österreich zuerkannt. Dieses neue Bundesland wurde auch unter dem Namen Burgenland von den Österreichern mit dem Bundeslandssitz Ödenburg organisiert. Am 14. Dezember 1921 wurde es aber – im Sinne des Velence-Vertrags  - mit einer Volksabstimmung ermöglicht, dass die Einwohner ihre Zugehörigkeitsabsicht erklären. Das Ergebnis sprach für Ungarn, aber es ist interessant, dass das auf diese Weise zu Ungarn erkannte Territorium von deutscher Mehrheit war. (57% der gesamten Bevölkerung.) Auch Öderburg verfügte derzeit über eine relativ deutsche Mehrheit, was bedeutete, dass viele Einwohner deutscher Abstammung das Ungarische als Nationalität bezeichneten.




Hans von Cnobloch, der österreichische Konsul in Budapest, hat noch vor der Abstimmung im Dezember 1921 gesagt, dass Burgenland ohne Ödenburg nichts Wert ist. Er mag ja Recht gehabt haben, aber dann stellt sich die Frage, welches das wahre Burgenland sei. Das österreichische mit der Vielzahl der Dörfer oder das in Ungarn gebliebene Sopron mit den umliegenden Dörfern?


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Ödenburger luftpanorama mit drohne
(Robert Pölz)

Volksabstimmung in Ödenburg 1921 - dokumentarfilm

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